ETAVIS Services AG

19 Januar 2026

Viel mehr als nur Elektrokontrollen

«Die ETAVIS Services AG kümmert sich um Elektrokontrollen» – das stimmt zwar, greift aber deutlich zu kurz. Denn die Bereiche einer akkreditierten Inspektionsstelle sind weit mehr als das. Oft ist nicht klar, welche spannenden und hochspezialisierten Leistungen die ETAVIS Services AG tatsächlich anbietet. In diesem Beitrag bringen wir Licht ins Dunkle – und entdecken ein vielfältiges Aufgabenspektrum, das viele überraschen dürfte.

Patrik Naef, Leiter der ETAVIS Services AG, bringt es gleich zu Beginn auf den Punkt: «Viele sehen in uns lediglich das Unternehmen, das Elektrokontrollen macht. Dabei ist das eigentlich der Teil unserer Arbeit, den wir am wenigsten forcieren.»

Der Grund dafür? Harte Konkurrenz. «In Bereichen wie Militäranlagen, Bahnbetrieben, Operationssälen oder Autobahnen dürfen nur akkreditierte Unternehmen wie wir die Kontrollen durchführen», erklärt Naef. Sobald es aber um Einfamilienhäuser oder kleinere Projekte geht, sieht es anders aus: «Dort dürfen auch nicht-akkreditierte Elektroinstallationsfirmen ran.» Und genau das ist der springende Punkt: Während die ETAVIS Services AG hohe Lizenz- und laufende Weiterbildungskosten sowie die Finanzierung teurer Messgeräte stemmen muss, können kleinere Anbieter deutlich günstiger arbeiten.

Weit spannender als klassische Elektrokontrollen ist für Patrik Naef und sein Team deshalb die Entwicklung von massgeschneiderten Sicherheitskonzepten. Denn: Jedes Unternehmen, das mit elektrischen Anlagen arbeitet, ist gesetzlich dazu verpflichtet, ein solches Konzept zu besitzen. Und das hat es in sich – von der Frage, wer überhaupt Zugang zu den Anlagen hat, über die Regelung der Zutrittsberechtigung, bis hin zu Themen wie: Wer bewahrt den Schlüssel auf? Wie oft muss kontrolliert werden? Und was passiert, wenn externe Personen die Anlagen betreten wollen?

Ein konkretes Beispiel: Für die Deutsche Bahn durfte die ETAVIS Services AG ein solches Sicherheitskonzept für den Badischen Bahnhof ausarbeiten. Darin enthalten war unter anderem auch die Empfehlung, die Notleuchten mindestens einmal pro Jahr zu prüfen und falls notwendig von einem Installateur Instand zu halten. «Das Gesetz besagt nur, dass eine Anlage regelmässig kontrolliert werden muss oder sicher sein soll», erklärt Naef. «Was genau das bedeutet, ist aber nicht konkret geregelt.» Hier kommt das Know-how von ETAVIS Services ins Spiel: Basierend auf Erfahrung, Fachwissen und gesetzlichen Rahmenbedingungen sprechen die Expert:innen fundierte Empfehlungen aus. Die Entscheidung, wie genau diese umgesetzt werden, liegt am Ende beim Kunden.

Maschinenkontrollen – wenn es richtig komplex wird

Sobald Firmen eigene Maschinen bauen oder Maschinen aus Nicht-EU-Ländern in die Schweiz importieren, ist eines klar: Bevor diese in Betrieb gehen, müssen sie kontrolliert werden. Und das gründlich. Denn gerade bei Importen ist es essenziell, dass die Maschinen den Schweizer Normen entsprechen – ganz gleich, ob es sich um Verpackungsanlagen, Produktionsmaschinen oder Spezialanfertigungen handelt.

Bei der Definition einer Maschine gelten klare Kriterien: Die Maschine muss in der Regel mindestens 25 kg wiegen, über mindestens zwei bewegliche Teile inklusive entsprechender Steuerung verfügen – und darf nicht ausschliesslich von Muskelkraft betrieben werden.

Ein konkreter Einsatz zeigt, wie anspruchsvoll diese Kontrollen sein können: «Wir haben beispielsweise eine Fleischverpackungsmaschine von Bell geprüft», erzählt Naef. «Dabei haben wir untersucht, ob es potenzielle Gefahrenquellen gibt – wie etwa Stellen, an denen man sich die Finger einklemmen könnte. Auch die Erdung und die gesamte elektrotechnische Sicherheit wurden genau unter die Lupe genommen.» Die besondere Herausforderung? Jede Maschine ist anders – oft steht das Team zum ersten Mal überhaupt vor einem bestimmten Modell. «Das erfordert tiefes Fachwissen – sowohl über Maschinenbau als auch über die relevanten Normen», betont Naef.

Ein Beispiel: «Nehmen wir eine Maschine mit einer heissen Fläche. Unser Job ist es, potenzielle Risiken zu erkennen und Lösungen zu finden: Braucht es eine Abdeckung oder reicht ein Warnhinweis? Beides ist möglich – aber beides unterliegt unterschiedlichen Normen. Eine Abdeckung muss exakt definierten Anforderungen entsprechen, ebenso wie der Inhalt und die Sichtbarkeit eines Warnhinweises.»

Es sind diese vielen kleinen, aber entscheidenden Details, die eine professionelle Beurteilung so komplex machen. Nur eine erfahrene, akkreditierte Inspektionsstelle, wie die ETAVIS Services AG, kann diese professionelle Beurteilung abgeben – mit dem Blick über die elektrischen Teile von Anlagen und Maschinen hinaus und einem Gespür für das Risiko.

Korrekte Nutzung von PV-Anlagen

Der Boom rund um erneuerbare Energien hält an – und besonders Photovoltaikanlagen sind gefragter denn je. Doch je grösser die Anlage, desto wichtiger wird auch die Kontrolle: Bei Solaranlagen ab 30 kW übernimmt die ETAVIS Services AG die Beglaubigung – ein entscheidender Schritt, bevor die Anlage ans Netz geht. «Dabei geht es nicht nur um den korrekten Anschluss», erklärt Naef. «Ein zentraler Punkt ist auch die Rückvergütung. Unsere Beglaubigung stellt sicher, dass alles den Vorschriften entspricht – und dass tatsächlich alle Panels installiert und aktiv sind, damit die Fördergelder beantragt werden können.» Denn: Nur was korrekt dokumentiert und überprüft ist, wird auch vergütet.

Unsichtbare Gefahren werden sichtbar

Ein weiteres spannendes Einsatzgebiet der ETAVIS Services AG ist die Thermografie. Mit Hilfe hochsensibler Infrarotkameras lassen sich unsichtbare Schwachstellen in Schaltanlagen sichtbar machen – bevor es zu Ausfällen oder gar Schäden kommt. «Solche Wärmebildkontrollen gehören für uns zur Routine», erzählt Naef. «Aber wir setzen sie auch gezielt ein, wenn der Verdacht besteht, dass mit einer Anlage etwas nicht stimmt.»

Dafür wird zuerst die Anlage vorbereitet: Alle Abdeckungen werden entfernt, um einen direkten Blick auf die kritischen Komponenten zu ermöglichen. Dann beginnt die Messung – jede Kameraaufnahme zeigt exakt, wo sich ungewöhnliche Hitze entwickelt. Und genau hier liegt die Kunst. «Ein Wärmebild aufnehmen kann theoretisch jeder», sagt Patrik Naef mit einem Schmunzeln. «Aber die entscheidende Frage ist: Was sieht man darauf – und was bedeutet es? Die Interpretation erfordert Erfahrung, Fachwissen und ein tiefes Verständnis für die Technik.» Denn nur, wer die Sprache der Wärmebilder versteht, kann Risiken frühzeitig erkennen und so für Sicherheit sorgen.

Mehr als man denkt

Hinter jedem Auftrag der ETAVIS Services AG stehen technisches Know-how, tiefes Normenverständnis und höchste Ansprüche an Qualität und Sicherheit. Wer denkt, hier gehe es «nur» um Kontrollen, kratzt lediglich an der Oberfläche – denn das Leistungsspektrum ist ebenso breit wie die Herausforderungen, denen sich das Team täglich stellt.

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