Gebäudeautomation
Wenn Gebäudetechnik mitdenkt
Für die Gartenbau Genossenschaft Zürich (GGZ) durfte ETAVIS eine zeitgemässe Gebäudeautomation für den neuen Werkhof realisieren. Im Zusammenspiel von Elektroinstallation und Gebäudesteuerung entstand eine Lösung, die Licht, Storen und Bedienung intelligent verbindet. Das Ergebnis: mehr Komfort für die Nutzerinnen und Nutzer, ein effizienterer Betrieb und ein Gebäude, das auch für künftige Anforderungen gut aufgestellt ist.
Für die Gartenbau Genossenschaft Zürich entstand ein neuer Werkhof mit Bürogebäude sowie weiteren Nebengebäuden wie Lagerhallen und Werkstätten. Das Team vom ETAVIS-Standort Kloten realisierte die Elektroinstallation, Spezialisten von ETAVIS in Zürich waren für die Gebäudesteuerung zuständig. Gemeinsam setzten die beiden Teams eine Lösung um, die moderne Technik mit einem klaren praktischen Nutzen verbindet.
Zum Einsatz kamen unter anderem ein DALI-Beleuchtungssystem, ein EnOcean-Funksystem für die Bedienung von Licht und Storen sowie eine zentrale Steuerung über KNX. Damit entstand ein Gebäudekonzept, das nicht nur den heutigen Anforderungen entspricht, sondern auch langfristig flexibel erweitert werden kann.
Licht, das sich dem Raum anpasst
In allen Gebäuden wurde die Beleuchtung auf Basis des DALI-Standards geplant und umgesetzt. Diese in der Beleuchtungstechnik etablierte Lösung ermöglicht ein stufenloses, flackerfreies Dimmen und bietet eine hohe Kompatibilität zwischen Komponenten verschiedener Hersteller. «In Aufenthaltszonen, Korridoren und Cafeterien sorgt eine Konstant-Licht-Regelung dafür, dass die Beleuchtungsstärke im Raum möglichst gleich bleibt“, erklärt Patrick Fuchs, Projektingenieur Gebäudeautomation bei ETAVIS.

Bewegungsmelder mit integriertem Helligkeitssensor erfassen, wie viel Tageslicht vorhanden ist, und passen das Kunstlicht automatisch an. So schaltet sich das Licht nur dann ein, wenn es tatsächlich benötigt wird. Das erhöht nicht nur den Komfort für die Nutzerinnen und Nutzer, sondern unterstützt auch einen effizienten Energieeinsatz im Gebäudealltag.
Weniger Installationsaufwand, gleicher Komfort
Im Bürogebäude setzte ETAVIS zusätzlich auf ein EnOcean-Funksystem zur Bedienung von Licht und Storen. Eine klassische, kabelgebundene Erschliessung wäre hier mit deutlich höherem Aufwand verbunden gewesen. Die Funklösung bot deshalb eine wirtschaftliche und zugleich komfortable Alternative.

Die Taster an den Wänden senden Funksignale an zentral platzierte Empfänger, die diese in KNX-Befehle für die Licht- und Storensteuerung umwandeln. Für die Nutzerinnen und Nutzer macht das im Alltag keinen Unterschied in der Bedienung – für die Umsetzung aber sehr wohl. „Mit der Funklösung konnten wir den Installationsaufwand deutlich reduzieren, ohne beim Nutzerkomfort Abstriche zu machen“, sagt Patrick Fuchs. Ein weiterer Vorteil: Die eingesetzten Wandtaster arbeiten ohne Batterie. Dank Energy Harvesting erzeugen sie die benötigte Energie selbst und sind dadurch wartungsfrei.
Intelligente Storensteuerung für mehr Schutz und Effizienz
Auch die Storen wurden an das KNX-System angebunden. Sie lassen sich lokal über Taster bedienen und werden zusätzlich zentral über eine Wetterstation auf dem Dach gesteuert. Das bringt mehrere Vorteile im Betrieb: Bei starkem Wind oder Frost werden Schutzfunktionen aktiviert, um Schäden an der Anlage zu vermeiden. Im Sommer fahren die Storen bei hoher Sonneneinstrahlung automatisch herunter, damit sich das Gebäude weniger stark aufheizt.
So verbessert die Steuerung nicht nur den Komfort im Gebäude, sondern trägt auch dazu bei, den Energiebedarf für Kühlung oder Nachregelung zu reduzieren. Für die Aussenbeleuchtung wurde eine Astro-Zeitschaltuhr eingesetzt. Sie berechnet täglich Sonnenauf- und Sonnenuntergang und passt die Schaltzeiten automatisch an die Jahreszeit an. Dadurch schaltet sich die Beleuchtung am Abend zum richtigen Zeitpunkt ein und am Morgen wieder passend aus. Das System funktioniert über das ganze Jahr hinweg automatisch und reduziert den manuellen Aufwand im Betrieb.

Schneller Support dank Fernzugriff
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Lösung ist der installierte Fernzugriff auf die Gebäudesteuerung. Er ermöglicht es ETAVIS, Störungen schneller zu analysieren und in vielen Fällen direkt aus der Ferne zu beheben. „Mit dem Fernzugriff können wir gezielt auf das System zugreifen und Fehler oft lösen, ohne vor Ort sein zu müssen“, erklärt Patrick Fuchs. Für den Kunden bedeutet das kürzere Reaktionszeiten und tiefere Kosten. Gleichzeitig lassen sich Betriebsdaten effizient auswerten, Störungen präziser eingrenzen und der Support nachhaltig optimieren.
Die eingesetzten Systeme schaffen langfristige Sicherheit. „Ein grosser Vorteil offener Systeme wie KNX, DALI oder EnOcean ist, dass keine Herstellerbindung entsteht“, erklärt Patrick Fuchs. „Gerade bei Zweckbauten ist es wichtig, dass die Technik nicht nur heute passt, sondern auch morgen noch flexibel erweitert oder angepasst werden kann.“ Neue Gebäude, zusätzliche Bedienelemente oder geänderte Nutzungen lassen sich mit überschaubarem Aufwand integrieren. Das Projekt für die Gartenbau Genossenschaft Zürich zeigt damit beispielhaft, wie moderne Gebäudeautomation heute eingesetzt werden kann: praxisnah, effizient und mit Blick auf die Zukunft.
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