Tradition trifft Technik
Ein historisches Schulhaus ist bereit für die Zukunft
Ein denkmalgeschütztes Schulgebäude aus dem Jahr 1914, ein moderner Neubau und zwei unterirdische Sporthallen: Mit der umfassenden Sanierung des Collège des Parcs hat die Stadt Neuenburg diesen bedeutenden Schulstandort fit für die Zukunft gemacht. ETAVIS war für einen grossen Teil der Elektroinstallationen verantwortlich. Eine besondere Herausforderung bestand darin, moderne Technik in ein über 100 Jahre altes Gebäude zu integrieren.
Seit mehr als einem Jahrhundert prägt das Collège des Parcs das Stadtbild von Neuenburg. Im Rahmen eines umfangreichen Bauprojekts wurde das historische Schulgebäude vollständig saniert. Ergänzt wurde es durch einen neuen Schultrakt auf der Nordseite sowie zwei unterirdische Sporthallen unter dem südlich gelegenen Pausenplatz.
Für das ETAVIS-Team am Standort Neuenburg war das Grossprojekt eine der prägendsten Baustellen der vergangenen Jahre. Die Arbeiten fanden gleichzeitig in drei Gebäudeteilen statt und erforderten sowohl umfassendes technisches Know-how als auch eine sorgfältige Koordination der verschiedenen Teams.

Moderne Technik in einem historischen Gebäude
Die Sanierung des bestehenden Schulgebäudes erforderte besondere Sorgfalt. Ziel war es, die historische Bausubstanz so weit wie möglich zu erhalten. So blieben unter anderem die ursprünglichen Fenster bestehen und die Fresken im Innern wurden sorgfältig restauriert.
Diese Vorgaben wirkten sich auch auf die Elektroinstallationen aus. Kabelwege und Installationen konnten nicht überall auf die übliche Weise realisiert werden. An gewissen Stellen wurde beispielsweise bewusst auf Bohrungen verzichtet, um bestehende Bauteile und insbesondere die historischen Fresken nicht zu beschädigen.

«Der respektvolle Umgang mit dem bestehenden Gebäude war während der gesamten Ausführung zentral», erklärt ETAVIS-Projektleiter Joris Gerber. Die Teams mussten immer wieder Lösungen finden, die sowohl den technischen Anforderungen als auch dem Schutz der historischen Bausubstanz gerecht wurden.
Umfassende Elektroinstallationen in einem Projekt
Das Leistungsspektrum von ETAVIS war besonders vielfältig. Die Teams realisierten Stark- und Schwachstrominstallationen, die Beleuchtung und Notbeleuchtung, die Beschallungsanlage, die Brandmeldeanlage, die Zutrittskontrolle sowie Arbeiten im Bereich Mess-, Steuer- und Regeltechnik (MSR).
Während im historischen Gebäude Zurückhaltung und Präzision gefragt waren, konnten im Neubau moderne Gebäudetechnologien umfassend integriert werden. Eine zentrale Gebäudeautomation ermöglicht unter anderem die Steuerung von Energie, Beleuchtung und Raumkomfort.

Ein grosser Teil dieser Installationen bleibt für die Nutzer kaum sichtbar – und genau das war beabsichtigt. Die technischen Lösungen wurden so integriert, dass sie sich möglichst dezent in die Architektur einfügen.
Drei Gebäudeteile gleichzeitig koordinieren
Eine weitere Herausforderung waren die Grösse und die Organisation des Projekts. Die Arbeiten in den drei Gebäudeteilen liefen parallel. Die ETAVIS-Teams wurden deshalb gezielt zusammengestellt und die Verantwortlichkeiten innerhalb des Projekts klar definiert.

«Diese Struktur war entscheidend, um den anspruchsvollen Terminplan einzuhalten und gleichzeitig eine hohe Ausführungsqualität sicherzustellen», erklärt Gerber. Auch die enge Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro und der Stadt Neuenburg spielte eine wichtige Rolle. Da sich das Projekt lange in der Vorprojektphase befand, war eine gute Abstimmung zwischen allen Beteiligten besonders wichtig für die erfolgreiche Umsetzung.
Mehr Komfort und optimierter Energieverbrauch
Heute profitieren sowohl die Schülerschaft und Lehrpersonen als auch das Betriebspersonal des Standorts von der neuen Gebäudetechnik. Denn die Gebäudeautomation sorgt für ein angenehmes Raumklima, das sich an die jeweilige Nutzung anpassen lässt. Zudem können alle drei Gebäudeteile zentral überwacht und gesteuert werden. Die MSR-Technik trägt ausserdem dazu bei, den Energieverbrauch der Gebäude zu optimieren.

Auch die beiden vollständig unterirdischen Sporthallen sind Teil des neuen Gesamtkonzepts. Sie entsprechen dem Minergie-P-Standard und können ausserhalb der Schulzeiten ebenfalls von lokalen Sportvereinen genutzt werden.
Ein Projekt, auf das man gerne zurückblickt
Nach rund drei Jahren Bauzeit wurde das Gesamtprojekt 2025 abgeschlossen. Am 9. Mai 2026 wurde das sanierte Collège des Parcs offiziell eingeweiht. Das Ergebnis überzeugt: Die historische Architektur konnte bewahrt und gleichzeitig durch eine moderne, leistungsfähige Infrastruktur ergänzt werden.
Für Joris Gerber und sein Team ist insbesondere die Qualität der Umsetzung ein Grund zur Freude. Die technischen Installationen erfüllen hohe Anforderungen und bleiben dabei dezent im Hintergrund. So verbindet das Collège des Parcs heute den Charakter eines über 100 Jahre alten Schulgebäudes mit den Möglichkeiten moderner Gebäudetechnik.
Bilder: ZVG
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